Die Pfalz hat eine reiche geschichtliche Vergangenheit. Funde aus der älteren und mittleren Steinzeit sind hier noch recht spärlich. Das ändert sich schlagartig in der jüngsten Steinzeit. Aus der gesamten Pfalz, mit Ausnahme des auch heute noch weitgehend unbesiedelten Pfälzerwaldes und der Wälder in der Vorderpfalz, gibt es aus dieser Zeit reichliche Funde. Es konnten ganze Steinzeitsiedlungen nachgewiesen werden, z.B. bei der Eyersheimer Mühle bei Weisenheim am Sand. Auch aus der Bronze- und der nachfolgenden Eisenzeit lassen die Funde auf eine für damalige Verhältnisse relativ dichte Besiedelung schließen. Wie das Volk oder die Völker hießen, die vor 3000 Jahren in der Pfalz lebten, wissen wir nicht. Das erste namentlich bekannte Volk waren die Kelten. Man nimmt an, daß sie zum Ende der Bronze- und Beginn der Eisenzeit (Hallstattzeit) die Pfalz von Osten her erreichten. Das war die Zeit von etwa 700 bis 500 v, Chr. Wie römische und griechische Schriftsteller übereinstimmend berichten, besaßen die Kelten ein hohes kulturelles Niveau. Funde aus Fürstengräbern von Rodenbach bei Kaiserslautern und Bad Dürkheim zeigen, daß sie Handelsbeziehungen bis nach Afrika und Asien unterhielten. Sie hatten eine indoeuropäische Sprache ähnlich der lateinischen, griechischen oder germanischen. In der Rheinebene saß der keltische Stamm der Sequaner. Das heutige Speyer hieß damals Noviomagus (= Neustadt). In der Südwestpfalz siedelten die Mediomatriker. Ihre Hauptstadt war Metz. Die Nordwestpfalz war Stammesgebiet der Treverer, deren Hauptstadt Trier war. Bei ihnen dürfte es sich bereits um eine keltisch-germanische Mischbevölkerung gehandelt haben.
Um 113 bis 111 v. Chr. kamen die ersten Germanen in die Pfalz. Es waren Kimbern, Teutonen, Ambronen und Sueben, deren Urheimat Dänemark war. 57 bis 55 v. Chr. folgten dann die Römer unter Gaius Julius Caesar. Sie hatten die Pfalz fast ein halbes Jahrtausend in Besitz und verdrängten die einheimische keltisch-germanische Bevölkerung nicht. Sie bildeten lediglich eine dünne Oberschicht. Zur Zeit der römischen Eroberung lebten in der nördlichen Vorderpfalz bis hin zum Donnersberg die germanischen Wangionen mit der Hauptstadt Worms (keltisch Borbetomagus, römisch Civitas Nemetum). In der südlichen Vorderpfalz wohnten die germanischen Triboker mit der Hauptstadt Brumath im Elsaß (Brocomagus).
Mit der Eroberung durch Caesar kam die Pfalz zur römischen Provinz "Gallia Belgica" (belgisches Gallien, benannt nach dem keltischen Stamm der Belger). Bei der um 85 n. Chr. erfolgten Neueinteilung der Provinzen wurde die Pfalz ein Teil der Provinz "Germania Superior" (Obergermanien). Das Gebiet der heutigen Pfalz war zur Römerzeit relativ dicht besiedelt. Aus der Vorderpfalz kennen wir die Namen einiger römischer Orte: "Portus" (= der Hafen) das heutige Pfortz bzw. Maximiliansau, "Tabernis" (= die Schenken") Rheinzabern, "vicus Julius" Germersheim, Alta Ripa (= das hohe Ufer) Altrip und "Rufiniana" bei Ludwigshafen-Rheingönheim. Rheinzabern war das größte Zentrum der Töpferindustrie nördlich der Alpen. Seine Erzeugnisse wurden bis nach Schottland und Kleinasien verkauft. Eisenberg, dessen römischer Name unbekannt ist war Sitz einer umfangreichen Eisenindustrie und vermutlich Sitz eines römischen Bergamtes
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. verfielen im Römerreich Sitte und Kultur. Üppiges und ausschweifendes Leben kam dazu. Den Rest besorgten hier die germanischen Alemannen, die seit Mitte des 3. Jahrhunderts immer häufiger über den Rhein kamen, in das Gebiet der Pfalz einfielen und Dörfer, Städte und Gutshöfe auf ihrem Weg verwüsteten. Mit Beginn des 5. nachchristlichen Jahrhunderts kam das Ende der Römerherrschaft. Im Jahr 406 mußten sie ihre Legionen vom Rhein abziehen, um sie in Italien einzusetzen, wo Rom selbst in Gefahr war. Die Pfalz kam in den Besitz der Alemannen. Mit Sitz in Worms errichteten 413 die Burgunder ihr Reich in der nördlichen Vorderpfalz. Es fiel schon 437 den Hunnen zum Opfer. Die Hunneneinfälle erreichten um 450 ihren Höhepunkt. Im Jahre 451 wurden sie auf den Katalaunischen Feldern in Frankreich vernichtend geschlagen. Von Norden her drängten die germanischen Franken vor. Der Frankenkönig Chlodwig schlug im Jahr 496 bei Tolbiacum die Alemannen, worauf die Franken bis zum Hagenauer Forst vordrangen, der Grenze des späteren Speyergaus bzw. des Bistums Speyer.
Damit setzte die fränkische Besiedlung der Pfalz ein. Land wurde zur Urbarmachung an Sippenführer gegeben. Es entstanden in der Vorderpfalz die Orte auf -ingen, -heim, -stein und -statt. Was bei der fränkischen Landnahme nicht besiedelt wurde, blieb Reichsland unter der Verwaltung des Königs. Die weniger fruchtbare Westpfalz blieb für fast 200 Jahre weitgehend unbesiedelt. Lediglich an den wichtigen, von den Römern übernommenen Durchgangsstraßen entstanden in regelmäßigen Abständen Königshöfe. Sie dienten als Stützpunkte für die Hundertschaften, zum Verpflegen und Übernachten der ständig reisenden Könige, ihrer Gefolge und Kuriere. Chronische Geldnöte der Herrscher führten im Laufe der Zeit dazu, daß immer mehr Königsland verkauft oder verpfändet wurde. Rodungsklöster wie Hornbach, Wörschweiler, St. Remigius und Disibodenberg erschlossen in der West- und Nordpfalz weite Gebiete. In der Vorderpfalz wurden große Teile salischen Hausgutes an das im 7. Jahrhundert in Weißenburg (Elsaß) gegründete Kloster St. Peter und Paul sowie an das in der Mitte des 8. Jahrhunderts gestiftete Reichskloster Lorsch an der Bergstraße verschenkt. Damit begann die Zerstückelung des Landes.
Im 7. Jahrhundert erfolgte unter den Merowingerkönigen die Gaueinteilung. Für die Pfalz waren dies der Speyer-, der Worms-, der Blies- und der Nahegau. Da ein Großteil des salischen Besitzes im Speyer-, Worms- und Nahegau lag, war das salische Herrschaftsgeschlecht für die Pfalz bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm im Jahre 1125 die bestimmende Macht. Als ab 1024, die Salier zu deutschen Königen und Kaisern gewählt wurden, entwickelte sich die Pfalz zum Zentrum der Reichsgewalt. In diese Zeit fällt ein sprunghaftes Ansteigen des Burgenbaus. Kaum ein anderes deutsches Land besaß ein ähnlich dichtes Netz von Burgen und Schlössern wie die Pfalz.
Der Landesname Pfalz leitet sich von der Pfalzgrafenwürde ab. Die Pfalzgrafen (= Grafen des Königspalastes) hatten am Königshof hohe juristische und Verwaltungsfunktionen inne. Die wichtigsten der vier Pfalzgrafen waren die Pfalzgrafen bei Rhein. Diese Würde übertrug Friedrich I., Barbarossa, 1155 seinem Stiefbruder Konrad von Staufen. Sein Besitztum lag hauptsächlich in der nördlichen Vorderpfalz und in Rheinhessen. 1214 kam die Würde der Pfalzgrafen bei Rhein an das bayerische Haus Wittelsbach, bei dem sie bis 1797 blieb. Durch den Vertrag von Pavia erfolgte 1329 eine Teilung in eine pfälzische und eine bayerische Linie der Wittelsbacher. Ab 1354 blieb die Kurwürde bei der pfälzischen Linie, deren Repräsentanten seitdem Kurfürsten waren. Durch Erbteilung entstand 1410 die Linie der Pfalzgrafen, später Herzöge von Zweibrücken. Durch Heirat fielen die bedeutenden Grafschaften Veldenz und Sponheim an die Zweibrücker Pfalzgrafen.
Die immer mehr fortschreitende Zerstückelung des Landes unter immer mehr Territorialherren hatte im Mittelalter eine Unzahl von Kriegen und Fehden zur Folge. Im Bauernkrieg wurden 1525 die meisten Klöster, Burgen und Schlösser der Pfalz ausgeplündert und zerstört. Noch weit größer waren die Verwüstungen im 30iährigen Krieg 1618-1648. Ein großer Teil der Pfalz war hinterher entvölkert und hunderte von Dörfern verödet. Viele Ortschaften verschwanden für immer von der Landkarte. Mit Siedlern, hauptsächlich aus der Schweiz, dem Allgäu und Tirol, begann ein Wiederaufbau. Auch protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und den spanischen Niederlanden kamen in das Land, wie es schon einmal in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts der Fall war.
Viel Zeit für einen friedlichen Aufbau in der Pfalz blieb nicht. Kurfürst Carl Ludwig verheiratete seine Tochter Elisabeth Charlotte (Lieselotte von der Pfalz) mit dem Bruder des Franzosenkönigs Ludwigs XIV. Der Ehevertrag schloß einen Erbanspruch auf die Kurpfalz ausdrücklich aus. Trotzdem beanspruchte Ludwig XIV. nach dem Tod des Kurfürsten im Jahre 1685 die Kurpfalz. Die Folge war der Orléanische Erbfolgekrieg von 1688 bis 1697. Im Schreckensjahr 1689 ließ der französische General Mélac ganze pfälzische Landstriche vollkommen niederbrennen. Wiederaufbauversuche wurden in den folgenden Kriegsjahren mit Brandschatzung beantwortet.
Der spanische Erbfolgekrieg von 1701 bis 1713 brachte neuen Kriegsschrecken in die Pfalz. Mit dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher im Jahre 1777 wurden die pfälzischen Kurfürsten zugleich Kurfürsten in Bayern.
Die Französische Revolution von 1789 brachte der pfälzischen Bevölkerung nicht die ersehnte Befreiung von Unterdrückung. Von 1792 bis 1795 tobten schwere Kämpfe in der Pfalz. Ab 1797 gehörte sie zu Frankreich und zwar ein kleiner Teil im Süden zum Département Bas Rhin (Unterelsaß), die übrige Pfalz kam zum Département Mont Tonnere (Donnersberg). Durch den Code Civil (Code Napoléons) und weitere Gesetze bekam die Bevölkerung zwischen 1804 und 1811 neue Rechte.
Nach dem Sturz Napoléons kam die Pfalz 1814 unter österreichische Verwaltung. Ab Mai 1816 gehörte sie als "Rheinkreis" zum Königreich Bayern. 1825 trat Bayern einige Dörfer an der Straße Weißenburg - Bitsch an Frankreich ab. 1838 erfolgte die Umbenennung in "Pfalz". Die deutsche Revolution 1848/1849 fand in der Pfalz zehntausende von Anhängern. Sie wurde blutig niedergeschlagen. 1870 war die Pfalz Aufmarschgebiet, blieb jedoch von Kampfhandlungen verschont. Auch der 1. Weltkrieg brachte keine nennenswerten direkten Schäden. 1920 mußten die Kreise St. Ingbert und Homburg mit 58 Städten und Dörfern an das Saargebiet abgetreten werden, das unter französischer Finanzhoheit stand und faktisch zu Frankreich zählte. Die Pfalz selbst war bis 1930 französisches Besatzungsgebiet. Sie gehörte bis zum 2. Weltkrieg zu Bayern.
Der 2. Weltkrieg brachte zahlreichen Städten und Dörfern Zerstörungen durch Luftangriffe. Nach 1945 kam die Pfalz zusammen mit Rheinhessen zum Land Hessen-Pfalz. Ab 1947 gehörte sie als Regierungsbezirk zum neugebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Oktober 1968 kam mit der Zusammenlegung zum Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße das Ende der Pfalz als Verwaltungseinheit
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Geschichte der Pfalz