Wandern Annweiler

Zur Kaiserburg Trifels und ihren Trabanten Anebos und Münz
Wandervorschlag von Walter Eitelmann

Wegstrecke: Schloßäcker – Trifels – Burghotel – Ruine Anebos – Fensterfelsen – Ruine Münz – Ritterstein Ahlmühle - Schloßäcker
Ausgangsort: Trifel-Parkplatz Schloßäcker
Wanderkarte: 1 : 25 000 Annweiler am Trifels
Buch: Rittersteine im Pfälzerwald – eine steinerne Geschichtsschreibung – zur Erklärung der Rittersteine, Kugelfelsen, Grenzen usw.
Weglänge: ca. 9 km, mit zusammen 250 Meter Steigungen
Wanderzeit: 3-4 Stunden. Wanderung kann auch in 2 Teilen durchgeführt werden

Wer offenen Sinnes wandert nimmt sich zwar mehr Zeit wird aber dafür auf kürzeren Strecken zum Entdecker. Schauen und Verweilen, Forschen und Hinzulernen. Erkennen der geschichtlichen Zusammenhänge geben unseren Wanderungen erst den inneren Gewinn.
Im ersten Teil der Wanderung kann man ab Trifels-Parkplatz-Schloßäcker zur Besichtigung der berühmten 497 Meter hoch liegenden Kaiserburg Trifels hinaufzusteigen. Zeitaufwand je nach Gründlichkeit der Besichtigung etwa 1-2 Stunden.
Nach Rückkehr von Trifels ist eine erfrischende Zwischenrast im Burg-Restaurant an den Schloßäckern möglich. Montags-Ruhetag.
Nun geht die Wanderung weiter zu den Ruinen Anebos und Münz. Um sie ist immer eine Atmosphäre der Einsamkeit. Das Auge fängt sich an der Silhouette der Burgdreifaltigkeit und sieht sie als Ganzes. Der Besuch dieses Wahrzeichens beschränkt sich zumeist auf die Kaiserburg selbst. Bescheiden rücken Anebos und Münz gegenüber der Trifelsmagie in den Hintergrund. Schicksal von Stiefkindern gegenüber dem Glanz einer größeren Welt. Es ist unverdient, denn diese beiden Nebenburgen haben keinen geringen Anteil an dem Geschichtsreichtum des so bekannten Dreibergmassivs.
Unsere Rund- und Gratwanderung auf dem felsbewehrten Kamm der Burgdreifaltigkeit beginnt bi dem mächtigen Baum mit vielen Markierungszeichen an der Ostseite des Burg-Restaurants. Ab hier folgen wir der Lokalmarkierung 11 in weißer Scheibe, auf leicht ansteigendem Pfad rechts um den Aneboskegel, bis zu dem vierteiligen Felsmassiv der Fensterfelsen. Ab Fensterfels-Sattel führt uns die 4 in grüner Scheibe in einer scharfen Kurve um den Fels auf ansteigendem Pfad am Osthang des Anebosberges hinauf bis zur Ruine Anebos.
Staunend un ein wenig bedrückt streicht man um die Verlassenheit des Anebosfelsens mit Zisterne und Mauerresten, um mit der 3 in grüner Scheibe auf der anderen Seite des Berges wieder zum Felsensattel hinabzusteigen. Nach Durchquerung der tiefen Felsspalte leitet uns die 4 in grüner Scheibe nun auf der Ostseite des Münzberges auf ansteigendem Pfad weiter zur letzten der drei Burgen, der schlanktürmigen Ruine Scharfenberg, die der Volskmund auch Münz nennt. Was aus der Ferne nur als einsam aus dem Gipfelwald ragender Turm erscheint, offenbart sich in der Nähe als großförmiges Burgenwerk mit Gräben, efeuumwucherten Wänden, eingemeißelten Treppengängen und Ringmauern. Inmittel dieser Burganlage steht auf schwerem Felssockel der geheimnisvolle türenlose und fensterlose Turm. Er hat nur eine einzige Maueröffnung hoch in halber Höhe, die nur mit einer Strickleiter erreicht werden konnte.
Vor dem Abstieg wandern wir durch die Burg und über den Treppendurchgang nach Süden zu dem mit einem Geländer gesicherten Felsvorsprung mit einem herrlichen Wasgau-Fernblick.
Der Rückweg erfolgt nun zunächst weiter mit der grünen 4 leicht abwärts bis zu dem Wegweiser Ahlmühle. Hier zweigt der Pfad mit der 11 in weißer Scheibe ab, der vorbei an drei Grenzsteinen hinab führt zum Ritterstein Nr. 222 Ahlmühle an der Altstraße. Siehe Erläuterungen Rittersteinbuch Seite 69, 163 und 164. Von hier in Richtung Trifels mit den Wegzeichen 5 in grüner Scheibe, dan weißer Strich mit schwarzem Punkt auf ruhigem Wanderweg noch einmal unterhalb des Felsenkammes entlang zum Fensterblick und von dort mit der 11 in weißer Scheibe endgültig zurück zum Ausgangspunkt.

Im Annweiler Bürgerwald ( Wandervorschlag von Karl Heinz Himmler)

Streckenlänge: ca. 18,5 km
Steigungen: ca. 400 Meter, davon 300 gleich zu Beginn
Kartenempfehlung: 1:25000 Hauenstein

Der Ritterstein am Holländerklotz erinnert daran, daß zum Schiffbau in Holland im 17. Jahrhundert auch mitten im Pfälzerwald große Tannen geschlagen und über die damaligen Transportsysteme verfrachtet wurden. Er steht an der Grenze zum Annweiler Bürgerwald über dessen westlichen Teil eine Tafel am Annweiler Forsthaus Aufschluß gibt: 1304 Geschenk von Kaiser Albrecht, 1768 Wegnahme durch den Herzog von Zweibrücken, 1792 Rücklauf für 30 000 Gulden durch die Stadt unter Bürgschaft und Vorschußleistung von 61 Annweiler Bürgern. Vorwiegend im Annweiler Bürgerwald verläuft die folgende Rundwanderung, die auf dem Parkplatz bei Ritterstein Zwiesel bei Kilometer 3,3 an der B 48 im Wellbachtal beginnt.
Die erste Etappe führt zum 300 Meter höheren Kirschfelsen unmittelbar darüber. Der Pfad beginnt links vorm Ritterstein, er ist unauffällig und nicht markiert. Er quert im Steilhang zwei Wege und führt dann in breiter Rechtsschleife höher zum nächsten. Damit nach rechts um die Bergnase herum und scharf links, nehmen wir bei der nächsten Kreuzung den zweiten Weg links, bei der übernächsten den mit 2 markierten linken, wenden uns aber nach hundert Metern nach rechts zum Wellbachtal (Ausblick) und folgend dem nächsten ein kurzes Stück nach links, um dann auf einem verwachsenen steilen Weg vollends zur Höhe aufzusteigen. Der Kirschfels ist links drüben: wollen wir nicht weglos dorthin, folgen wir bei der Eichennachzucht am Zaun entlang dem Weg nach rechts und nehmen nach fünf Minuten in der von den Sturmkatastrophen (und anschließender Waldarbeit) leergefegten ungeheuer weiten Kahlfläche. Wir sind bisher 50 Minuten unterwegs.
Die zehn Minuten zum Kirschfelsen, einer Ausformung des Bergsporns mit Bank, der Karl-Rahm-Schutzhütte und einem 17 + 20 Stiegen hohen zweistöckigen Holzturm lohnt sich. Die Lärchen ringsum lassen den Blick nach Osten zum 564 Meter hohen Almersberg und seinen Nachbarn frei, mehr nach Süden beeindrucken die dichtbewaldeten Höhen über den Tälern, die alle zur Queich streben.
Mit der 1 zurück und mit dieser Markierung weiter, sind wir nach einer halben Stunde beim Annweiler Forsthaus (bewirtschaftete, täglich geöffnet, dienstags Schlachtpartie, mit dem Auto zu erreichen), mit der Markierung 4 daran vorbei in weiteren 35 Minuten beim Brunnen Am Trögel und der Schutzhütte Sieben Buchen (es sind inzwischen nur noch drei). Unmittelbar davor nehmen wir nach links die Markierung 5 auf, erreichen damit die Annweiler Waldgrenze und zur Frankenweide sowie die Markierungen blaues Kreuz und blau-rot, die uns nach weiteren 25 Minuten zum Holländer Klotz führen. Zwei mächtige Eichen hier haben die Stürme überlebt, jenseits der Fahrbahn ist wieder ein Grenzstein des Annweiler Bürgerwalds.
Der viertelstündige Aufstieg zum Luitpoldturm auf dem Weißenberg beginnt mit Blau-Rot schon am Holländerklotz. Der umfassende Blick oben läßt uns den bisherigen Wegverlauf nachvollziehen. Nach 25 weiteren Minuten dem blau-roten Strich nach sind wir in der Höhensiedlung Hermersbergerhof. Es gibt dort zwei Einkehrmöglichkeiten: Gaststätte Falkenhain (Freitag Ruhetag) und Café Ingrid (montags geschlossen). Der Platz ist seit 1760 von Wilgartswiesen aus ständig besiedelt, ist als Besitz der Klöster Hornbach (ab 828) und Eußerthal (ab 1163) schon viel früher beurkundet und jetzt auch Standort einer Fachklinik.
Daran vorbei, jetzt mit den Markierungen blau-weiße und rot-weiße Striche beginnt die Ortsstraße hinaus und – nach 25 Minuten die unzugängliche malerische Hahnenhütte passierend, der Abstieg. Unseren Wagen erreichen wir 70 Minuten nach dem Hermersbergerhof, sechs Kilometer davon entfernt.

Rundwanderung vom Taubensuhl zum Almersberg und zur Siebeldinger Hütte
Wandervorschlag von Manfred Croissant

Streckenlänge: ca. 14 km
Reine Wanderzeit: 4 bis 4 ½ Stunden
Kartenempfehlung: Topographische Karte 1 : 25 000 Annweiler am Trifels

Wir beginnen unsere Wanderung am Parkplatz des Forsthauses Taubensuhl und müssen anfänglich ca. 200 m die Taubensuhlstraße zurücklaufen. Der gelbe und blaue Strich verläßt nach rechts die Fahrstraße und wir folgen dem blauen Strich in Richtung Annweiler. Ein abwechslungsreicher Weg liegt vor uns, der auch größere Steigungen und Gefällstrecken in sich birgt. Nach ca. 4 km biegt der blaue Strich rechtwinkelig nach links ab und nach wenigen Minuten erreichen die Stelle, wo sich der blaue Strich mit dem rot-weißen Doppelstrich kreuzt. Hier beginnt auch der Aufstieg mit dem roten Punkt zum 564 m hohen Almersberg. Steil geht es mit dem roten Punkt bergauf bis wir den Gipfelfelsen erreicht haben. Den Gipfelfelsen im Rücken wandern wir weiter in Richtung Südwesten auf der Schulter des Almersberg. Vorbei an einer kleinen Wiese erreichen wir einen links abbiegenden schmalen Fußpfad, der uns zum Aussichtsfelsen des Almersberg führt. Eine herrliche Aussicht belohnt uns für den mühsamen Aufstieg. Unser Abstieg erfolgt weiter mit dem roten Punkt in Richtung Südwesten. An kleinen Seen vorbei erreichen wir die Markierung rot-weiß. Wir biegen auf den genannten Markierung nach rechts ab und erreichen bald wieder den vorhin erreichen Kreuzungspunkt des blauen Strichs (in Richtung Annweiler nach rechts oder in Richtung links in Richtung Taubensuhl!). Mit der rot-weißen Markierung in Richtung Eußerthal steigen wir nun ins Dürrental ab. Im Talgrund, mit seinen Wiesenflächen, erkennen wir den gelben Strich. Wir wenden uns nach links und beginnen mit dieser Markierung den Aufstieg zur Siebeldinger- oder Geldmünzhütte (Sonn- und feiertags geöffnet!). Ca. 200 m nach der Hütte biegen wir nach links ab, folgen dem roten Punkt und gelben Strich bis wir nach gut fünf Minuten einen Waldwirtschaftsweg erreichen. Wir folgen diesem leicht abschüssigen Weg nach links und kommen nach ca. 10 Minuten an einen nach rechts abbiegenden, ansteigenden Pfad, der uns zur Taubensuhlstraße bringt. Von der Siebeldingerhütte haben wir nach ca. 25 Minuten diese Straße erreicht. Am Ende einer kurzen Wegstrecke auf der Straße biegen wir links in einen Waldweg ein, der uns nun mit gelbem Strich, auf parallelem Wege zur Straße, zum Parkplatz am Forsthaus Taubensuhl zurückbringt. Wir haben eine kurzweilige, aber auch anspruchsvolle Rundwanderung hinter uns gebracht, die zu jeder Jahreszeit neue Eindrücke vermittelt.

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