Burg Gräfenstein

Etwa zwei Kilometer östlich von Merzalben steht auf einem Felsplateau in 44Burg Gräfenstein7 Meter ü. NN die Burgruine Gräfenstein, vielfach auch als "Merzalber Schloß" bekannt. Staufische Buckelquader aus heimischem Buntsandstein mit deutlichen Zangenlöchern zum Hochhieven der schweren Bauteile lassen auf eine Bauzeit im 12. und 13. Jahrhundert schließen. Genaue Daten über Erbauer und Bauzeit fehlen, da erstens oft mehrere Generationen an einem solchen Bauwerk  gearbeitet haben und weil zweitens auch die Fertigstellung nie völlig abgeschlossen war. Die Oberburg als Kern der Anlage mit dem Palas und dem siebeneckigen Bergfried (einzigartig in Deutschland), ist mit einer hohen Ringmauer umgeben. Eine Karte des Siebenecks ist der Angriffseite zugewendet, um Schleudergeschosse nach zwei Seiten hin abprallen zu lassen, damit die dahinter liegenden Wohngebäude geschützt waren. Im kleinen Burghof nördlich des Bergfrieds, befindet sich ein zugeschütteter Brunnenschaft, und dicht daneben schließt sich der Palas, d.h. der Wohnteil der Oberburg an. Dessen Außenmauern sind zwei- bis dreigeschossig mit Balkennischen und Zwischendecken erhalten, doch von der früheren Inneneinteilung ist heute nichts mehr zu erkennen. An den Außenwänden sind deutliche Spuren von Kaminen sichtbar, die für die Beheizung sorgten. Als eine Besonderheit der Ruine Gräfenstein muß der Toilettenerker bezeichnet werden, der zusätzlich untermauert worden war, um die Benutzer vor Beschießen von außen zu schützen. In der Unterburg deuten Fundamente auf sieben ehemalige Unterkünfte der Burgmannen und auf Wirtschaftsgebäude und Stallungen hin.
Erstmals urkundliche Erwähnung fand Burg Gräfenstein in einer Erbteilung unter die Junggrafen Friedrich der III.und Emich der IV. aus dem zweiten Haus Leiningen im Jahre 1237. Die Schwester Friedrich I. mit Namen Lukarde, heiratete (vor 1180) den Grafen Simon  II von Saarbrücken, wodurch das Leininger Territorialgebiet an das Haus Saarbrücken fiel. Ihr dritter Sohn erbte als Saarbrücker  Junggraf den Besitz Leiningen und nannte sich ab 1214 bis zu seinem Tod im Jahre 1237, Friedrich der II. Graf von Leiningen. Damit begründete er das zweite Haus Leiningen, dessen Besitz in der o.e. Teilungsurkunde 1237 an seine beiden Söhne Friedrich der III. und Emich der IV. kam. Friedrich der III. wurde u.a. Herr über Gräfenstein mit den dazugehörigen Dörfern.
Mehrmals wurden Burg und Amt Gräfenstein verpfändet und gelangten 1420 zur Hälfte in den Besitz der Markgrafschaft Baden. 1425 wurde die Burg in den Bauernaufständen zerstört , später wieder aufgebaut und ging 1557 vollständig, samt den dazugehörigen Dörfern in badischen Besitz über. Im 30 jährlichen Krieg (1635) ist sie in Brand geraten und wurde nie wieder aufgebaut.
Die Ruine ist jederzeit frei zugänglich. In Merzalben weist ein gut markierter Weg dorthin.