Wandern Edenkoben

Auf König Ludwigs Spuren

Wandervorschlag von Heinz Himmler
Streckenlänge: etwa 15 km
Steigungen insgesamt etwa 460m bei der fahrt mit der Sesselbahn bleiben noch 235m
Wegstrecke: Schloss Ludwigshöhe - Rietburg РLudwigsturm РKohlplatz -Schweizerhaus-Ludwigshöhe.
Ausgangs- und Endpunkt: Parkplatz bei der Sportschule Ludwigshöhe
Wanderkarte: Topographische Karte 1:25000 mit Wanderwegen ‚ÄěNeustadt, Maikammer, Edenkoben, Landau“.
Wanderzeit etwa 4 Stunden
Einkehrm√∂glichkeiten auf der Reitburg, an Sonn- und Feiertagen in der Nelloh√ľtte und im Schweizerhaus sowie in der Rietania-H√ľtte.

Im Nachhinein wird K√∂nig Ludwig I. von Bayern als besonders volksnah verkl√§rt und immer wieder liest man, die Villa Ludwigsh√∂he sei sein Lieblingsaufenthalt gewesen. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Er war nicht der volkst√ľmliche Herrscher und seine Aufenthalte auf der Ludwigsh√∂he sind vermutlich an einer Hand abzuz√§hlen. Richtig ist dass das Schloss ‚ÄěVilla Ludwigsh√∂he“ in den jahren 1846-1852 in seinem Auftrag erbaut wurde.
Auch um die Rietburg wurde so manche falsche Geschichte gestrickt. Sie wurde im 12. Jahrhundert als Reichsburg erbaut und wechselte in der Folge recht häufig den Besitzer. Nicht stimmt, dass Ritter Hermann von der Riet ein Raubritter gewesen sei, der Elisabeth, die Gemahlin König Wilhelms von Holland gefangen genommen hat, um vom König Lösegeld zu erpressen. Es war die Zeit als es in Deutschland Könige und Gegenkönige gab und Ritter Hermann handelte im Auftrag der Gegenpartei.
Soweit Geschichte und Geschichten. Jetzt aber wollen wir uns auf den Weg machen. Vom Parkplatz an der Sportschule Ludwigsh√∂he (275m) oberhalb von Edenkoben gehen wir die Stra√üe hinauf zum Hauptbau des Schlosses und rechts hin√ľber zur Talstation der Rietburgbahn. Hier k√∂nnen wir uns entscheiden, ob wir mit der Bahn den Aufstieg zur Rietburg bequem gestalten wollen, oder ob wir unsere Gehwerkzeuge dazu benutzen wollen. Zu Fu√ü folgen wir im Hohlweg hinter der Talstation der Markierung blau-gelb nach rechts. Sie leitet uns in gro√üen Schleifen bergauf. Ein restaurierter Aussichtspavillon bietet uns einen herrlichen Ausblick √ľber die Rheinebene. K√∂nig Ludwig soll ihn also ‚ÄěSch√∂ner Punkt“ genannt haben und so hei√üt er heute immer noch. Nach etwa dreiviertelst√ľndiger Wanderung sind wir oben auf der Rietburg (544m), die eine noch umfassendere Aussicht bietet und vor allem eine Einkehrm√∂glichkeit.
Durch den Halsgraben verlassen wir das Burggel√§nde und folgen unserer Markierung nach rechts. Ein bequemer Weg leitet uns nach etwa 40 Minuten zum Ludwigsturm  (605 m) auf dem 617 Meter hohen Bl√§ttersberg. Der 15 Meter hohe Aussichtsturm wurde 1883 vom Versch√∂nerungsverein Edenkoben erbaut, also zu einer Zeit, als das Andenken an K√∂nig Ludwig bereits verkl√§rt war. Die Rundumsicht ist hier noch umfassender als auf der Reitburg. Bei klarem Wetter sieht man im S√ľden den Donon in den Vogesen und im Norden die Ausl√§ufer des Odenwaldes.
Was jetzt folgt ist einer der sch√∂nsten Wanderpfade des Pf√§lzerwaldes der Candiduspfad. Bei sanftem Gef√§lle wandern wir auf ihm zu Wegspinne Kohlplatz (466m). Den Namen Kohlplatz gab es schon lange vor einem Bundeskanzler, er leitet sich von einem K√∂hlerplatz her. Mit dem bau-wei√üen Strich geht es links steil bergab. Nach wenigen Minuten liegt die gastliche Nelloh√ľtte am Weg. Unten im Modenbachtal kreuzen wir die Stra√üe und folgen dem roten Punkt parallel zur Stra√üe nach links. Nach etwa 600 Metern m√ľssen wir nochmals die Stra√üe queren. Bei geringen H√∂henunterschieden gelangen wir an den Waldrand oberhalb von Weyher.
Mit dem roten Strich steigen wir links den Zickzackpfad hinauf wobei wir an der Mariengrotte vor√ľber kommen. Der Anstieg endet am Schweizerhaus der Ortsgruppe Weyher des Pf√§lzer Wald Vereins. Die Markierung leitet uns allm√§hlich bergab am Weyherer Sportplatz vorbei zur Rietenia H√ľtte und zur√ľck  zur Ludwigsh√∂he.

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