Burg Neuleiningen

Neuleiningen und seine Burg

Schon aus der Entfernung von Dirmstein, von Obrigheim und gewiß von Grünstadt kann man sie ausmachen, die Silhouette der Burgruine von Neuleinigen. Friedrich III., Graf von Leiningen, war in dritter Ehe verheiratet mit Adelheid Gräfin von Kyburg. Durch diese Eheschließung wurde Friedrich III. eng verwandt mit Kaiser Rudolf I. von Habsburg. Gräfin Adelheid war die jüngste Schwester der Mutter Kaiser Rudolfs. Somit war Friedrich III. des Kaisers Onkel.Blick auf Neuleiningen
Das Haus Kyburg liegt in der Schweiz unweit Zürichs. Da nun Friedrich III. häufig dort zu Besuch weilte, lernte er einen Baustil kennen, der in seiner Heimat noch weitgehend fremd war. Wohl mit Hilfe eines aus der dortigen Gegend stammenden Baumeisters, den er in seine Grafschaft mitnahm, ließ er sein neues Schloß bauen.
Eindeutig liegen der Burganlage burgundische Merkmale zugrunde in einer Bauweise, die auf deutschem Boden äußerst selten ist. Das besondere Kennzeichen ist die viereckige Grundform mit an den Ecken abschließenden und hervorspringenden Rundtürmen. Dabei ist zu beachten, daß nach romanischem Vorbild stets ein Eckturm stärker und höher ist als die übrigen. Alle diese Eigenschaften treffen bei Neuleiningen zu. Der Nord-West-Turm übernahm infolge seiner besonderen Stärke, des größeren Durchmessers und wohl auch seiner größeren Höhe die Funktion eines Bergfrieds. In seinem tiefsten Geschoß war das Verlies, das durch ein sogenanntes "Angstloch" im Kuppelgewölbe zugänglich war, d. h., der Gefangene wurde mittels einer Winde hinabgelassen. Vor einigen Jahren soll sich in diesem Gewölbe noch eine eiserne Klammer an der Wand befunden haben, an die man die Bedauernswerten angekettet hatte.

1240 Erbauung der Burg durch Friedrich III. Graf zu Leiningen.
1317 Übergang an die "Friedrichse Altleiningsche Linie".
1372 "Uwer Lyningen" Lehn von Stift zu Worns.
1467 stirbt Graf Hesso kinderlos. Besetung der Burg durch Graf Emich von der Hardenburger Linie.
1468 nimmt Friedrich von der Pfalz die Burg mit Gewalt und gibt sie dem Bischof von Worms zum Lehn. Im gleichen Jahr Belehnung der Burg & der Stadt zur Hälfte an Pfalzgraf Friedrich. 1/4 kam an Hessos Schwester Magarethe vermählte Westerburg und 1/4 behielt der Bischof selbst.
1508 Vergleich durch den Kurfürst von der Pfalz, wonach die südliche Hälfte der Burg an das Bistum Worms, die nördliche an die Grafen von Leiningen-Westerburg fiel.
1525 Einnahme der Burg durch die Bauern. Das kluge Verhalten der Gräfin Eva zu Leiningen-Westerburg bewahrte die Burg vor der Zerstörung.
1618 - 1648 erlitt die Burg nur unbedeutende Beschädigungen.
1690 die Franzosen stecken die Burg in Brand
1705 Graf Georg zu Leiningen-Westerburg plant den Neuaufbau, aber der Bischof von Worms war dagegen.
1767 verkaufte Graf Karl die Leininger Hälfte an Worms. Durch den "Lunewiller Frieden" war die Burg französisches Nationaleigentum.
1804 Übergang in Besitz der Gemeinde.
1808 Übergang an verschiedene Besitzer.
1874 Rückkauf durch Karl Emich zu Leiningen-Westerburg für das Haus Leiningen.